Projektinhalte

Ausgangslage

Wie aus der „RICHTLINIE 2010/31/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ zu entnehmen ist, entfallen 40 % des Gesamtenergieverbrauchs der Europäischen Union auf Gebäude. Im Dokument wird geschildert, dass der Sektor expandiert, wodurch sich der Energieverbrauch weiter erhöhen wird und daher die Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudesektor eine wesentliche Maßnahme zur Verringerung des Energieverbrauchs in der Europäischen Union sei. Zudem besteht die Notwendigkeit, den ambitionierten Zielen der Senkung der Gesamttreibhausgasemissionen um mindestens 20 % bis 2020, gegenüber den Werten von 1990, nachzukommen. Auch die Klimastrategie Südtirols sieht vor, die Sanierungsraten des Gebäudebestandes kontinuierlich von 1% (2010) auf 2,5%(2020) zu erhöhen. Die Sanierungsoffensive des Landes Tirol sowie die Ziele des 10-Punkte Aktionsplanes forcieren ebenfalls die Energieeffizienz und Energieeinsparung insbesondere in der Gebäudemodernisierung.

Durch die Installation eines kontrollierten Wohnraumlüftungssystems mit Wärmerückgewinnung in Gebäuden ergibt sich ein hohes Energieeinsparungspotenzial. Aus diesem Grund und in Anbetracht der erhöhten Gefahr von Feuchteschäden im Zuge einer Gebäudesanierung, sollte aufgrund erhöhter Luftdichtheit nicht auf den Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung verzichtet werden. Zudem verbessert eine derartige Lüftung das Innenraumklima und somit den Komfort in der Nutzung bedeutend. Bei Nachinstallationen in der Sanierung treten jedoch häufig beengte Platzverhältnisse für Kanalsystem und Zentralgerät auf. Ein wachsender Markt liegt daher in wand- oder deckenintegrierten Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung, weil dann kaum zusätzlicher Platzbedarf für Gerät und Kanäle erforderlich ist. Eine Zusammenarbeit der Regionen Tirol und Südtirol im Bereich der energieeffizienten Gebäudesanierung kann einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der oben angeführten Ziele leisten.
Ergebnisse
Leistung:
Funktionsmuster eines optimierten, kostengünstigen, effizienten Systems zur kontrollierten Wohnraumlüftung mit geringen Abmessungen. Das Funktionsmuster zeigt Optimierungspotenziale auf, welche bei Geräten dieses Typs ausgeschöpft werden können um sie bezüglich Wirkungsgrad und Effizienz für die Integration in Bestandsgebäude interessant zu machen.

Gegenüber typischen Systemen dieser Bauart soll eine Verringerung der Leistungsaufnahme um ca. 20% erreicht werden. Der Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung der betrachteten Gerätetypologie soll von gegenwärtig <50% um 20% bis 30% erhöht werden. Durch die Realisierung eines Volumenstromabgleichs soll der energieäquivalente Luftwechsel um ca. 16% reduziert werden.

Ergebnis:
Hersteller von Lüftungssystemen können die erzielten Ergebnisse als Grundlage für die Entwicklung neuer, effizienterer Produkte heranziehen. Das Potenzial des lokalen Gewerbes wird gestärkt, Produkte auf Forschungsbasis bezüglich Energieeffizienz und Energieverbrauch zu optimieren, indem sie die wissenschaftliche Vorgehensweise, welche anhand dieses Projekts vermittelt wird, aufgreifen. Dies trägt künftig zu einer erhöhten Verfügbarkeit attraktiver Lüftungssysteme bei, führt zu deren intensiverer Verbreitung und damit zur Energieeinsparung im Gebäudesektor.

Wirkung:
Durch das vorgesehene Kompetenznetzwerk können sich Hersteller, Installationsbetriebe und Planer auf interregionaler und internationaler Ebene austauschen sowie zur Sensibilisierung und vermehrten Beteiligung an der aktuellen Thematik »Energieeffiziente Gebäudesanierung« beitragen. Daraus ergibt sich der Aufbau einer diesbezüglichen Wissensbasis. Die Steigerung des themenspezifischen Know-hows erhöht zudem die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Regionen und fördert deren technologische Weiterentwicklung.